Sich zum Arafah begeben


Nach dem Sonnenaufgang am Tage von 'Arafah (10. Dhul-Hidschdschah) macht sich der Pilger auf den Weg nach 'Arafah, wobei er den Talbiyah oder Takbir rezitiert. Dies wurde von den Gefährten des Propheten sallallahu aleihi we sellem praktiziert, als sie die Pilgerfahrt mit ihm vollzogen, und er hat Beide nicht  kritisiert (weder die, die den Talbiyah rezitierten, noch die die den Takbir rezitierten).


Daraufhin verweilt er bei Namirah. Dies ist ein Platz in der Nähe von 'Arafah, gehört aber nicht direkt dazu. Dort bleibt er bis zum Mittag.


Nach dem die Sonne ihren Zenit verlassen hat, begibt er sich nach 'Uranah und lässt sich dort nieder. Dieser Ort ist ebenfalls in der Nähe von 'Arafah – und dort sollte der Imam eine angemessene Predigt halten.

Dann betet er mit den Anwesenden Zuhr und 'Asr, dabei verkürzt er die einzelnen Gebete und fasst sie zusammen zu der Zeit des Zuhr -Gebetes.


Für diese Gebete gibt es nur einen Adhan und zwei Iqamah.

Und er betet kein anderes Gebet zwischen diesen beiden.

Derjenige, dem es nicht möglich ist, mit dem Imam zu beten, soll die Gebete in der gleichen Weise alleine verrichten oder mit solchen, die sich in der gleichen Situation befinden, wie er.


Stehen in ‘Arafah

Danach geht er nach 'Arafah und stellt sich wenn möglich auf die Felsen unterhalb des Berges der Barmherzigkeit (Jabal ur-Rahmah) und wenn dies nicht möglich ist, bietet die gesamte Ebene von 'Arafah Platz für die Pilger.


Und er soll sich stehend der Qiblah zuwenden, seine Hände erheben, Bittgebete sprechen und den Talbiyah rezitieren.

Er sagt oft „La ilaha illallah“ denn dies ist das beste Bittgebet am Tage von 'Arafah, wie der Prophet sallallahu aleihi we sellem sagte: „Das Beste, was ich und die Propheten am Abend von 'Arafah sagten ist „La ilaha illallahu wahadahu la sharika lahu lahul mulku wa lahul hamdu wa huwa 'ala kulli shay'in qadir.

Ebenso soll er von Zeit zu Zeit der Talbiyah folgendes zufügen: (alles Gute ist das Gute des Jenseits) Innamaal Khairu Khairul Aakhirati.

Es gehört zur Sunnah für den der auf 'Arafah steht, an diesem Tage nicht zu fasten.

Er bleibt in dieser Situation, Allahs gedenkend, den Talbiyah rezitierend und nach seinen Wünschen Bittgebete sprechend – in der Hoffnung, dass Allah ihn zu einem von denen macht, auf die Er stolz sein wird (einer von denen, die er vom Feuer befreit) gegenüber den Engeln, wie in dem Hadith berichtet wird: „Es gibt keinen Tag, an dem Allah mehr seiner Diener aus dem Feuer rettet als am Tage von 'Arafah. Und wahrlich er ist Nahe und prahlt mit ihnen vor den Engeln und sagt: „Was streben sie an?“ und in einem anderen Hadith „Wahrlich, Allah ist stolz auf die Leute von 'Arafah im Angesicht der Geschöpfe des Himmels (der Engel) und sprichtSeht auf meine Diener die zu mir gekommen sind, zerzaust und staubig.“  Und der Pilger bleibt an diesem Ort bis zum Sonnenuntergang.

 

‘Arafah verlassen

Nach Sonnenuntergang geht der Pilger in Ruhe und Spiritualität von 'Arafah in Richtung Muzdalifah, und er soll nicht Drängeln oder Schubsen, weder mit seinem Körper noch mit seinem Fortbewegungsmittel, sei es ein Reittier oder Fahrzeug. Er sollte schneller gehen, wenn er Platz dafür findet, um Gedränge zu vermeiden.


Wenn er Muzdalifah erreicht, macht er den Adhan und Iqamah und betet die drei Raka des Maghrib-Gebetes, macht erneut Iqamah und betet 'Isha' – das Letztere verkürzt er und betet also die beiden Gebete zusammen.

Sollte er jedoch aus irgendeinem Grund die beiden Gebete getrennt voneinander verrichten, so macht das nichts.

Er betet nicht zwischen den beiden Gebeten oder nach 'Isha'

Daraufhin schläft er bis Fadschr.

Beim ersten Anzeichen der Dämmerung betet er das Fadschr-Gebet im ersten Teil der Gebetszeit mit Adhan und Iqamah.