Der schwarze Stein ein Götzenbild? Die Hadsch ein heidnischer Ritus?

Abdus-Samad Sharafuddin

 

Lasst uns die quadratisch aufgebaute Kaba (Das heilige Haus) in Mekka, Saudi-Arabien, wo in der östlichen Ecke der schwarze Stein in Brusthöhe aufgebaut ist, mal etwas genauer begutachten.

Jeder Pilger in Mekka versucht als erstes bei seiner Ankunft dort ihn zu küssen und liebevoll zu streicheln.

Diese Handlung markiert den Start des Tawaf. Das Wort Tawaf ist ein arabisches Nomen im Infinitiv, welches bedeutet zu kreisen, Umfang oder sich um etwas herum zu bewegen. Ein Pilger muss die Kaba sieben Mal umkreisen,  um Tawaf zu vollenden. Jede einzelne dieser sieben Runden beginnt, wenn es möglich ist, mit dem küssen oder streicheln des schwarzen Steines oder indem man einfach auf ihn zeigt. Auf diese Art dient der schwarze Stein als Markierung für den Start jeder Runde.

Tawaf ist einer der wesentlichen Teile der Pilgerfahrt (Hadsch), welcher auch als separater Akt der Anbetung zu jeder Zeit vollzogen wird. Folglich wird die Kaba kontinuierlich Tag und Nacht von Leuten umkreist.

 

Die wahre Wichtigkeit des Tawaf

 

Die Kaba zu umkreisen und den Stein zu küssen sind in der Tat die äußeren Aspekte des Tawaf,

abgesehen von seiner inneren Bedeutung. Die äußeren Aspekte sind wie die stehenden, verbeugenden, niederwerfenden und sitzenden Körperhaltungen, die man bei den täglichen islamischen Gebeten beobachtet. Dennoch, die Körperhaltungen des Gebetes, genauso wie das Umkreisen gepaart mit dem Küssen des schwarzen Steines formen die äußere Schale, die Spreu, welche das Korn bewahrt.

Das Korn des Tawaf liegt in der hohen Bedeutung der Rezitation und der Gebete des Pilgers, in den seelenrührenden Emotionen die in seinem Herzen wallen- wie z.B. seine extreme Liebe für Allah, seine Ehrfurcht vor Ihm und seine großen Hoffnungen in Ihn. Stell dir vor, die Worte randvoll von Gottes Einheit, die der Pilger spricht. Es ist seine fortlaufende Formel, am Start von jeder einzelnen Runde des Tawaf, wenn er den schwarzen Stein küsst, ihn streichelt oder auf ihn zeigt während er

verkündet: „ (Ich beginne) im Namen Allahs der der Größte ist. Oh Allah! (Ich vollziehe) glaubend an Dich, Dein Buch bestätigend, Deine Aufforderung erfüllend und dem Weg deines Propheten folgend, Muhammad  sallallahu aleihi we sellem!“ Schlechthin wird der Tawaf um die Kaba einzig und allein im Namen des einzigen und höchsten Allah gemacht und nie im Namen einer anderen Gottheit, geschweige denn für den schwarzen Stein selbst, wie andere behaupten. Die Durchführung des Tawaf erfolgt in Einhaltung des heiligen Versprechens,  wozu sich der Pilger gegenüber seinem Herrn verpflichtet hat. Er tut es als ein Gläubiger des einen Gottes, nicht als ein Götzendiener sondern als ein Folgender von Allahs offenbarten Büchern und als ein Anhänger seines Propheten sallallahu aleihi we sellem.  Weit davon entfernt, den Stein anzubeten, küsst der Pilger ihn oder zeigt auf ihn genauso wie es der Prophet sallallahu aleihi we sellem zu seiner Zeit getan hat.

 

Verherrlichung des einen Gottes

 

Nehmt wahr, wie der Pilger, während er seine Runden durchführt fortschreitet Allah den Höchsten auf folgende Art zu verherrlichen: „ Gerühmt sei Allah! Gepriesen sei Allah! Es gibt keine Gottheit außer Allah. Allah ist der Größte! Es gibt keine Handhabe oder Macht außer mit Allahs Hilfe.“ Ein Monotheist (Ein-Gott Gläubiger) hält diese erhabenen Gebete für viel kostbarer als die gesamten Reichtümer der Erde. Mit diesen Gebeten preist er seinen Einen und Einzigen Herrn, während er eine Stelle umkreist der durch das Vorhandensein Seines Hauses geheiligt wurde.

Gibt es auch nur die entlegenste Spur von Polytheismus (Mehrgottglaube) oder von Götzendienst in so einer Handlung?

 

Ein ausgewähltes Gebet

 

Während der Pilger alle seine weltlichen Belange zurückgelassen hat, betet er zwischendurch neben seinen Preisungen Allahs auch für seine weltliche Verbesserung. Hier ist sein allumfassendes Gebet zu Allah dem Gutmütigen: „ Oh Allah! Mache mich zufrieden mit meiner festgelegten Menge und segne mich darin und wende mir meine Verluste und Bedürfnisse zum Guten.“

 

Das Zweiwelten-Gebet

 

Anders als der Ungläubige hat der Pilger einen lebendigen Glauben in das kommende, ewige Jenseits.

Um hier nicht zu scheitern rezitiert er das beste Gebet, welches  ein Mann jemals beten kann. Es ist aus dem heiligen Quran selbst und es kombiniert beides, das Gute dieser Welt und der nächsten Welt.

Er fleht wie folgt. : 

 

Unser Herr, gib uns im Diesseits Gutes und im Jenseits Gutes und hüte uns vor der Strafe des Feuers.“ [heiliger Quran 2:201]

 

Kann ein Stein Gott sein?

 

Obwohl er während des Tawaf so andächtig geküsst und gestreichelt wird, ist der schwarze Stein in einer der Ecken der Kaba kein Bildnis, welches die Pilger anbeten. Das ist wirklich das letzte was sich ein Ein-Gott-Gläubiger vorstellen könnte. Ein Stein ist schließlich ein bloßer Stein. Er hat keine Macht irgendetwas  Gutes zu tun oder irgendjemandem Schaden zuzufügen, mal ganz abgesehen davon, dass Allah die einzige Gottheit der Menschheit ist. Diejenigen, die entweder bewusst, aus Ignoranz oder bildlich die Stein-Anbetung anstelle der Gottesanbetung stellen, praktizieren einen Glauben, der  genauso unheilig wie sinnlos ist. Der schwarze Stein ist ein Mysterium für einige Leute und aus Ignoranz beschuldigen sie Muhammad sallallahu aleihi we sellem er habe im Islam alle Götzen zerstört außer einem und sie meinen dabei die Kaba oder den schwarzen Stein. Es war deswegen, dass Umar der zweite Kalif folgendes tat um die versteckten Zweifel aus den Köpfen zu vertreiben:

Überliefert von Abis bin Rabi’a: ‚Umar kam zum schwarzen Stein, küsste ihn und sagte, „Kein Zweifel, ich weiß du bist ein Stein und du kannst niemandem Schaden zufügen oder einen Nutzen bringen. Hätte ich nicht den Propheten Allahs sallallahu aleihi we sellem dich küssen sehen, hätte ich dich nicht geküsst. [Zusammengefasst Sahih Al-Bukhari, Al-Hajj, Seite 396 Nr. 808 über den schwarzen Stein.]

 

Die wahre Geschichte des schwarzen Steins

 

Vor mehr als fünftausend Jahren hatte der Vater der Propheten, der Prophet Ibrahim (Friede sei auf ihm) der Aufrechte (Hanif), die heute noch präsente Struktur der Kaba nach den Befehlen Allahs gebaut. Er (Friede sei auf ihm) baute sie zusammen mit seinem jugendlichen Sohn Ismael (Friede sei auf ihm), dem Stammvater der Araber. Der Quran beschreibt ihr gemeinsames Bauen wie folgt:

 

Und als Abraham und Ismael die Fundamente des Hauses legten, (sprachen sie:) O unser Herr, nimm es an von uns; siehe, du bist der Hörende und Wissende.“ [heiliger Quran 2:127]

 

Der Vater und der Sohn, wahre Monotheisten (Muslime), die mit bebenden Herzen die Fundamente legten, sind für die Muslime Allahs treueste Diener, immer in der Befürchtung Allah zu missfallen. Während sie die Kaba bauten waren sie folglich voller Angst Allah könnte ihren demütigen Dienst nicht annehmen, deshalb ihr inniges Gebet. Wie berührend ist solche Treue, wie bewegend solche Demut gegenüber Allah dem Größten! Dies ist die Essenz des Monotheismus, das ideale Beispiel des Glaubens und der großen sowie der kleinen Werke, welchem alle Muslime folgen sollten. Als sie eine bestimmte Höhe erreicht hatten, wies Ibrahim (Friede sei auf ihm) seinen Sohn an, einen Stein auszuwählen um den Haupteckpunkt zu markieren. Gerade als der Knabe einen suchte, erschien der Erzengel Gabriel mit dem schwarzen Stein vom Himmel herab.

 

Der Prophet Muhammad sallallahu aleihi we sellem sagte: „Der schwarze Stein kam vom Himmel herab, weißer als Milch, aber die Sünden der Menschen haben ihn geschwärzt.“

[Tirmidhi, Kitab Al-Hajj, der schwarze Stein.]

 

Abraham (Friede sei auf im) hob ihn auf und passte ihn ein, wo er bis zum heutigen Tag steht. Es ist ein himmlischer Stein und kein irdischer, er wurde von Allah für sein Haus (die Kaba) ausgewählt.

 

Die Lehre der Riten der Pilgerfahrt

 

Als das Gebäude fertig war, fuhren Ibrahim und Ismael (Friede sei auf ihnen beiden) mit der Anbetung Allahs fort, wie in folgendem Vers vermerkt ist:

 

O unser Herr, und mache uns zu Muslimen und von unsrer Nachkommenschaft eine Gemeinde von Muslimen. Und zeige uns unsere Riten und kehre dich zu uns, denn siehe, du bist der Vergebende, der Barmherzige“ [heiliger Quran 2:128]

 

Daraufhin lehrte Allah sie durch Offenbarung die Riten der Pilgerfahrt, die auch den Tawaf beinhalten.

 

Ist das Küssen des schwarzen Steines erforderlich?

 

Wir kennen jetzt den Ablauf des Tawaf, er beinhaltet das siebenfache Umkreisen der Kaba. Jede Runde beginnt mit dem Küssen des schwarzen Steins oder mit dem Streicheln, was der normale Ablauf ist. Aber Tawaf ist nicht die Sache eines einzelnen, sondern hunderten, ja sogar tausende umrunden die Kaba zur selben Zeit. Wie kann jede einzelne Person den schwarzen Stein küssen? Natürlich müssen, wenn es so überfüllt ist, einige oder sogar viele hierauf verzichten. Folglich ist es zu solchen Zeiten völlig ausreichend, wenn man sich am Anfang jeder Runde aus der Entfernung dem schwarzen Stein zuwendet und einfach mit der rechten Hand auf ihn zeigt. Der Pilger rezitiert dann seine Andachten und fährt mit dem Tawaf fort.

 

Die Geschichte legt einen seltenen Fall dar

 

Vorausgesetzt aus irgendeinem Grund fehlt der schwarze Stein, macht das den Tawaf und die Hadsch ungültig? Auf gar keinen Fall. Dies ist exakt etwas, das in der Geschichte des Islam passiert ist. Die Karamathiner (Arabisch: al-Qaramitah), eine der unislamischsten Sekten im Islam, hatten während ihrer verrückten Zeit im Jahr 317 nach der Hidschra/ 980 nach Christus, den schwarzen Stein entfernt. Sie nahmen ihn mit sich mit in ihr Gebiet Al-Ahsa (am Arabischen Golf). Nachdem sie ihn dort für zwanzig Jahre behalten hatten, brachten sie ihn im Jahr 339 nH zurück nach Mekka (siehe shorter Encyclopedia Leiden 1953, S.219). In solch einem Fall vertritt die Scharia (Gesetz) den Standpunkt, dass der Pilger seinen Tawaf ohne den schwarzen Stein vollziehen soll und stattdessen seinen Platz in der Ecke der Kaba berühren bzw. auf ihn zeigen und dann seinen Tawaf fortsetzen soll. Folglich macht die totale Abwesenheit des schwarzen Steines keinen Unterschied in der Gültigkeit des Tawaf und der Hadsch. Dies zeigt wie klein eigentlich die Rolle ist, die der Stein spielt.

Wie ignorant und wie kindisch ist folglich die Behauptung er sei das „kostbarste Götzenbild, das im Islam erhalten wurde“!

 

Bedeutet Küssen auch gleich Anbeten

 

Einen Stein zu küssen ist in keinster Weise ein Zeichen für dessen Anbetung. Den schwarzen Stein zu küssen kann nicht in Götzenanbetung verdreht werden, da der Stein kein Bildnis ist, das bloße Küssen ist keine Anbetung durch die bloße Vorstellung. Irgendjemand kann behaupten, dass Muslime einen bestimmten Götzen anbeten aber Fakt ist, dass sie nichts und niemanden anbeten, außer den einen Gott. Der Götze und seine Anbetung existieren einfach nicht. Die Bibel wird in Gerichtssälen geküsst, bedeutet das, dass sie angebetet wird? Überdies küssen Eltern ihre Kinder liebevoll, ohne auch nur die kleinste Spur der Anbetung. Eine große Frage aufwerfen sollten die vor-islamischen arabischen Götzendiener, welche die Kaba unterhielten. Bei all ihrem Polytheismus und Götzendienst pflegten sie trotzdem die Kaba zu umrunden und den schwarzen Stein zu küssen. Wenn ihr Küssen ein Akt der Götzenanbetung gewesen wäre, warum waren dann noch - neben der Anwesenheit des „allmächtigen“ schwarzen Steins - dreihundert und sechzig Götzen im Innern der Kaba nötig? Dies beweist, jenseits eines Schattens des Zweifels, dass es eine Sache ist einen schwarzen Stein auf göttliches Geheiß zu küssen und eine andere Sache einen Stein oder Götzen anzubeten. Am bemerkenswertesten ist vielleicht die Tatsache, dass Ein-Gottgläubige nichts darüber hinaus tun, als den schwarzen Stein zu küssen. Sie verehren ihn nicht mit gefalteten Händen,  knien nicht nieder, werfen sich auch nicht nieder oder hocken vor ihm. All dies sind Dinge, die Götzenanbeter vor ihren Götzen machen.

 

Ist die Hadsch ein heidnischer Brauch?

 

Einige Nichtmuslime denken oder wurden dazu gebracht zu glauben, dass die Pilgerfahrt zur Kaba ein rein heidnischer Brauch sei bzw. eine Form der Götzenanbetung. Dass es das wäre, was die arabischen Götzendiener vor dem Islam praktizierten und der Islam von ihnen übernommen hätte. Diese Annahme wird von der Tatsache unterstützt, dass die Kaba selbst ein Tempel war, der nicht weniger als dreihundertundsechzig Götzen beherbergte. Nichtsdestotrotz ist dies eine reine Vermutung, die von den Fakten und Zahlen mit Lügen gestraft wird. Denn es waren nicht die Götzendiener von Mekka, sondern der Prophet Abraham (Friede sei auf ihm), der die heilige Pilgerfahrt vor langer Zeit eingeleitet und etabliert hat. Im Gegenteil, es waren diese Götzendiener, die degenerierten Nachfahren von Abraham und Ismael (Friede sei auf ihnen), welche Allahs heilige Kaba verunreinigten, indem sie daraus einen großen Pantheon machten. Es waren diese üblen Götzendiner, die heidnische Bräuche in die rein islamische Pilgerfahrt rein mischten, die der Prophet Abraham (Friede sei auf ihm), einer der großartigsten Diener Allahs, begründet hatte. Alle Ehre gebührt dem Propheten Muhammad sallallahu aleihi we sellem, dem Siegel der Propheten und dem letzten von Ibrahims (Friede sei auf ihm) Prophetenlinie, der zuerst die Kaba von ihren heidnischen Götzen leergefegt hat. Er war es auch, der die Pilgerfahrt wieder zu ihrer unberührten Reinheit gebracht hat. Die Muslime sind in der Tat die wirklichen Anhänger der Religion des Propheten Ibrahim (Friede sei auf ihm), dem Urvater des Propheten Muhammad (Friede und Segen auf ihm), in der die Hadsch ein bemerkenswertes Erbe wie auch ein wichtiger Teil der Religion ist. Wie unterschieden sind doch diese Fakten von den willkürlichen Mutmaßungen der Nichtmuslime?

 

Der Bau des Hauses und das Verkünden der Hadsch

 

Allah erklärte dem Propheten Ibrahim (Friede sei auf ihm) folgendes hinsichtlich des heiligen Hauses, nachdem er ihm den richtigen Platz dafür gezeigt hatte:

 

Und (gedenke,)da wir Abraham die Stätte des Hauses zur Wohnung gaben (und zu ihm sprachen:) „Setze mir nichts an die Seite und reinige mein Haus für die es Umwandelnden und für die im Gebete stehenden oder sich beugenden.“[heiliger Quran22:26]

 

Abraham (Friede sei auf ihm) ist selbst in diesem Vers ermahnt worden sich vollkommen vom Götzendienst fern zu halten. Ihm wird aufgetragen dabei das Haus Gottes von allen Unreinheiten zu befreien, besonders von der Götzenanbetung. Dann folgt der zweifache Zweck, für welchen das Haus gebaut wurde. Zum einen ist es das Zentrum des Tawaf und zum anderen ist es der Gebetsplatz für jene, die ihre täglichen Gebete darin verrichten. Das bedeutet soviel wie, dass der Tawaf und die Pilgerfahrt genauso von dem Haus Gottes abhängig sind wie die Gebete. Aus diesem Grund wenden sich überall auf der Welt die Betenden in Richtung der Kaba in Mekka. Nachdem ihm aufgetragen wurde Gottes Kaba zu bauen und zu reinigen, erhielt der Prophet Abraham (Friede sei auf ihm) den nächsten Vers, den Befehl die Pilgerfahrt zur Kaba zu verkündigen:

 

Und verkündige den Menschen die Pilgerfahrt. Lass sie zu dir kommen zu Fuß und auf allen schlanken (Kamelen,) ankommend aus allen tiefen Talwegen:“[heiliger Quran 22:27]

 

Dies ist der definitive Beweis, dass es Abraham (Friede sei auf ihm) war, der die Kaba baute und dass er es ebenfalls war, der die Pilgerfahrt verkündigte. Diese Fakten sollten die oft wiederholten Behauptungen wiederlegen, die Pilgerfahrt sei  nur irgendein heidnischer Ritus, der von den Götzendienern eingeführt wurde und er sein nur vom Islam beibehalten worden.

 

Der Höhepunkt der Pilgerfahrt

 

Eingeleitet von Ibrahim (Friede sei auf ihm) und wieder aufgenommen vom Siegel der Propheten, ist die Pilgerfahrt zum Haus Gottes eine einzigartige Erfahrung für jeden wahren Muslim. Denn ein „Muslim“ ist grundsätzlich derjenige, der von der falschen Religion zur wahren wechselt – vom Unglauben zum Glauben an Gott und von der Multi-Gott-Anbetung zur Ein-Gott-Anbetung. Deswegen war Ibrahim (Friede sei auf ihm) der „perfekte“ Muslim, als er in den Pantheon in Babylon ging und alle Götzen darin zerschmetterte. Allah vertraute ihm den Bau seines Hauses in Mekka an und beauftragte ihn mit der Verkündung der Pilgerfahrt dorthin. Seitdem wurde die Pilgerfahrt zum Haus Gottes das vorherrschende Merkmal eines Muslims. Ein Zufluchtsort der absoluten Freiheit und ein Zufluchtsort des perfekten Friedens und der Sicherheit. Diese heilige Moschee ist der einzige Punkt der Erde, der von Allah für alle Menschen eingerichtet wurde, ohne sie zu unterscheiden. Es ist das Haus Gottes worin alle Menschen gleich sind, keiner ist berechtigt es exklusiv zu besitzen. Das wird mit den folgenden Worten Allahs gesagt:

 

„… und der heiligen Moschee, die wir für die Menschen bestimmten, in gleicher Weise für den Einheimischen als für den Fremden…“[heiliger Quran 22:25]

 

Die Botschaft dieser Surah 22, Verse 26- 27 selbst „die Pilgerfahrt“ genannt, beschreibt den Bau und die Weihung der Kaba, Mittelpunkt des Tawaf und der Gebete. Folglich beinhaltet die Verpflichtung der Pilgerfahrt zu diesem „ersten Haus der Ein-Gott-Anbetung“, Verse 28-37, die Grundelemente der monotheistischen Religion des Propheten Ibrahim (Friede sei auf ihm), von denen eines der betonten Hauptziele ist, dass man alleine den Namen Allahs über den Tieren verherrlicht, seien es die normal geschlachteten oder die Allah als Opfer dargebrachten, im Gegensatz zu denen, die den Götzen dargebracht wurden, dies ist ausdrücklich in den Versen 28, 30, 34, 36 und 37 belegt. „Die Gräuel der Götzen vermeiden“ und „ das Unterlassen des falschen Wortes“ (die Unwahrheit sprechen und bezeugen), diese zwei Todsünden wurden speziell in Vers 30 verboten. Aber die krönende Botschaft unvergleichlicher Wichtigkeit ist der Befehl: „Hunafa‘ Lillah (d.h. niemanden außer Allah anzubeten), ihm keine Partner bei zugesellen…“, welche das Herz des Monotheismus bildet. Diese letzte aber nicht kleinste Botschaft ist die Essenz der Pilgerfahrt sowie die höchste Sorge und Glückseligkeit jedes Muslims. Die Götzendiener Mekkas vollzogen selbst die Pilgerfahrt und bezeichneten sich als „Hanif“ (Nachfolger Abrahams). Und die Muslime sind angehalten die Hadsch zu vollziehen und sich selbst als „Hanif“ zu bezeichnen, allerdings mit diesem Unterschied: „Aufrecht im Glauben an Allah zu sein und ihm niemals Partner bei zugesellen“. Folglich scheint die Essenz des Credo: „Es gibt keine Gottheit außer Allah“ über das Verständnis der Götzendiener, überall in der Welt und zu allen Zeiten, hinauszugehen.

 

Die fünf Gebete

 

Dieser Vollzug der Hadsch, eine kolossale Leistung des Monotheismus, ist eng mit der Kaba und ihrer Umgebung verknüpft. Sie findet lediglich einmal im Jahr statt. Viel wichtiger und besser ist das Verrichten der Gebete im Islam, welche gleichfalls mit der Kaba verbunden sind. Gebete sind eine verbindliche Pflicht für jeden Muslim. Deswegen wendet sich jeder Muslim überall auf der Welt Allah zu, indem er sich fünfmal am Tag gen Mekka wendet. Natürlich ist die Kaba nur die äußere Richtung für die Gebete, man wendet sich mit seinem ganzen Herzen Allah, dem Herrn der Welten selbst zu. Auf diese Weise haben Muslime durch ihre Hadsch und ihre Gebete, bis zum letzten Moment ihres Lebens, eine sehr intime Beziehung zur Kaba. Nicht nur dies, jeder Muslim wird in Richtung der Kaba gedreht wenn er seinen letzten Atemzug tut. Sogar nach dem Tod wird er in seiner letzten Ruhestätte auch in Richtung der Kaba begraben.

 

Gebete und Opfer

 

Beides, die Pilgerfahrt und die Gebete sind gleichfalls mit der Kaba verbunden. Ein Tier als Opfer darzubieten und die Gebete sind Hauptzeremonien der Hadsch die beide spezielle Zeichen der einzigen Anbetung Allahs sind und deshalb ihm gemeinsam gewidmet werden. Es ist eine besondere Weihung, dass der Prophet Muhammad sallallahu aleihi we sellem mit den folgenden Worten aufgefordert wurde zu opfern:

 

Sprich: „ Siehe, mein Gebet, meine Verehrung und mein Leben und mein Tod gehören Allah, dem Herrn der Welten. Er hat keinen Gefährten, und solches ist mir geheißen, und ich bin der erste der Muslime.““[heiliger Quran 6:162-163]

 

Und dies bildet den einzigen geraden Weg der Religion unseres Vaters Abrahams (Friede sei auf ihm), was in folgendem Vers benannt wird:

 

Sprich: „ Siehe mich hat mein Herr auf einen rechten Pfad geleitet, zu einem feststehenden Glauben, zur Religion des Abraham, des lauteren (im Glauben), der (Allah) keine Gefährten gab.“[heiliger Quran 6:161]

 

Eine internationale Versammlung

 

Im Großen und Ganzen ist die Hadsch eine einzigartige, jährliche Versammlung. Hier kommen wahre Muslime aus aller Welt zusammen auf der Basis der Ein-Gott-Anbetung, was purer Monotheismus und wahrer  Islam ist. Sie vergessen ihre gegenseitigen Unterschiede, sei es Herkunft, Hautfarbe oder sozialer Status und versammeln sich in dieser internationalen Stadt Mekka um den einen Herrn der Schöpfung zu verherrlichen. Nebenbei haben sie noch die seltene Möglichkeit zusammen über alle Arten von lokalen, religiösen, wirtschaftlichen, sozialen und politischen Problemen im internationalen Maßstab zu diskutieren, eine Möglichkeit ,die man sich zu keinem besseren Zusammentreffen vorstellen könnte. So eine hohe, allumfassende Zusammenkunft findet seit tausenden von Jahren jährlich im Haus Allahs statt. All diese mannigfaltigen Vorzüge werden in folgenden Worten angedeutet:

 

Auf dass sie Zeugnis ablegen von den Vorteilen, die sie dadurch haben,…“[heiliger Quran 22:28]

 

Die Pilgerfahrt Hadsch ist folglich kein heidnischer Ritus, sondern die Erfüllung einer etablierten Pflicht hinsichtlich der Anbetung des einen Gottes!

 

Einladung für Nicht-Muslime

 

Dies ist das Vermächtnis, hinterlassen von Prophet Ibrahim (Friede sei auf ihm), damit alle Nachwelt es akzeptiert und damit alle Nachwelt ihm folgt, und kein Volk irgendeines Landes oder irgendeiner Nation ist von dieser Nachkommenschaft ausgenommen. Anstatt die Pilgerfahrt als heidnischen Ritus zu sehen, sollten die Leute mal ihren eigenen uralten Götzendienst reflektieren und die Religion unseres Vaters Abraham (Friede sei auf ihm) akzeptieren und ihr folgen. Die Stunde für diese Leute ist gekommen, aus freiem Willen zu verkünden: „Es gibt nichts und niemanden der es wert ist angebetet zu werden außer Allah!“ Mögen sie die Pilgerfahrt zu Gottes Haus in Mekka vollziehen! Und mögen sie ihre Gebete regelmäßig in Richtung desselben Hauses verrichten! Amin.